Das EU-Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel - ReifenBruder

Die nach dem 1. Juli 2012 hergestellten Reifen, müssen seit dem 1. November 2014 mit dem Europäischen Reifenlabel versehen werden. Mittels dieses Reifenlabels werden drei umwelt- und sicherheitsrelevante Eigenschaften eines Reifens auf einen Blick dargestellt. Ähnlich wie bereits von Haushaltsgeräten (z.B. Kühlschränken) bekannt, klassifizieren farbige Skalen beim EU-Reifenlabel den Rollwiderstand und das Nassbremsen. Note A ist jeweils die Bestnote und ist grün dargestellt. Die Geräuschentwicklung wird in 3 Klassen eingeteilt (GK1-3) und zusätzlich absolut in dB (Dezibel) angegeben.

  1. Kraftstoffeffizienz Rollwiderstand
  2. Nasshaftung Bremsleistung
  3. Geräuschklasse und externes Rollgeräusch in Dezibel

Kraftstoffeffizienz

Klassen von G (geringste Effizienz) bis A (größte Effizienz) Die Kraftstoffeinsparung hängt grundsätzlich vom Fahrzeug und den Fahrbedingungen ab. Je geringer der Rollwiderstand eines Reifens, desto weniger Kraftstoff wird verbraucht beziehungsweise CO2 ausgestoßen. Die Bewertung der Kraftstoffeffizienz wird von Klasse A bis G angegeben (wobei die Klasse D entfällt). Bei einer Komplettaustattung des Fahrzeugs mit Reifen der Klasse A im Vergleich zur Klasse G ist eine Verbrauchsminderung von bis zu 7,5%* möglich. Bei Nutzfahrzeugen kann sie sogar höher liegen. Die Richtlinie für eine Verbesserung um eine Klasse bedeutet ein Kraftstoffersparnis von zirka 0,1 Liter auf 100 km.

Beispiel für PKW-Reifen:


Quelle: VERORDNUNG (EG) NR. 1222/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. November 2009

Nasshaftung

Klassen von F (längster Bremsweg) bis A (kürzester Bremsweg) Der Wirkungsgrad hängt auch hier grundsätzlich vom Fahrzeug und den Fahrbedingungen ab. Der absolute Bremsweg wird bei 80 km/h gemessen. Im Falle einer Vollbremsung kann sich der Bremsweg bei Komplettaustattung des Fahrzeugs mit Reifen der Klasse A im Gegensatz zur Klasse F um bis zu 30% verkürzen. Die Bewertung der Nasshaftung ist in die Klassen A bis G unterteilt (wobei die Klasse D und G entfällt). Bei einem "normalen" PKW mit einer Geschwindigkeit von 80km/h kann der Bremsweg um bis zu 18 m kürzer sein*. Die Richtlinie für eine Verbesserung um eine Klasse bedeutet eine Verkürzung des Bremsweges von 3 bis 6 m. Nicht verpflichtend ist diese Angabe der Nasshaftung bei Leicht-LKW-Reifen. Reifen der Klasse F und G dürfen ab dem 1. November 2014 nicht mehr auf den EU-Markt gebracht werden.

Beispiel für PKW-Reifen:

Quelle: VERORDNUNG (EG) NR. 1222/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. November 2009

Geräuschklasse (GK) und externes Rollgeräusch in Dezibel

Geräuschklasse Symbol

Angegeben wird der Wert des externen Rollgeräuschs der Reifen in Dezibel.

Quelle: VERORDNUNG (EG) NR. 1222/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. November 2009

Geräuschklasse

Die Rollgeräuschklasse, wird in 1 bis 3 Schallwellen ausgedrückt. Jeder zusätzlich schwarze Streifen im Piktogramm bedeutet eine Erhöhung des externen Rollgeräuschs*.

Das Piktogramm mit 3 schwarzen Streifen bedeutet, dass das externe Rollgeräusch des Reifens den bis 2016 geltenden EU-Grenzwerten entsprach.

Das externe Rollgeräusch durch 2 schwarze Streifen weist darauf hin, dass der Reifens den aktuell geltenden EU-Grenzwerten entspricht oder um bis zu 3 dB darunter liegt.

Ein schwarzer Streifen signalisiert, dass das externe Rollgeräusch des Reifens die aktuell geltenden EU-Grenzwerte um mehr als 3 dB unterschreitet. Zu beachten ist dabei, dass das externe Rollgeräusch des Reifens nicht immer mit dem Geräusch im Fahrzeuginnenraum korreliert.

* wenn nach dem Versuchsverfahren der Verordnung 1222/2009/EG gemessen wurde

Quelle: VERORDNUNG (EG) NR. 1222/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. November 2009

Ausgeschlossen aus der Klassifikation des EU-Reifenlabels sind:

  • Motorradreifen
  • Quadreifen
  • runderneuerte Reifen
  • gewerbliche Offroad-Reifen
  • Reifen, die konstruktiv für Fahrzeuge ausgelegt sind, die noch vor dem 1.10.1990 für den Straßenverkehr zugelassen wurden
  • Notreifen
  • Reifen, die nur für Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h zugelassen sind
  • Reifen für Räder mit weniger als 254 mm (10 Zoll) oder mehr als 635 mm (25 Zoll)
  • Spikereifen
  • Rennreifen

Das EU-Reifenlabel als Hilfestellung

Eine umfassende Bewertung und Beschreibung der Leistungseigenschaften eines Reifens enthält auch andere Kriterien, wie zum Beispiel Lebensdauer, Fahrstabilität, Verhalten auf Schnee, Matsch oder Eis, Aquaplaning-Eigenschaften längs/quer, Bremseigenschaften auf trockener Fahrbahn, Haftung in Kurven, Innengeräusch, Handling usw. Für Ganzjahresreifen oder Winterreifen bietet das Reifenlabel nur eine eingeschränkte Anwendbarkeit, da Eigenschaften unter winterlichen Verhältnissen nicht abgebildet werden. Daher kann das EU-Reifenlabel mit den herangezogenen drei Kriterien lediglich eine grobe Richtlinie für die Entscheidung beim Kauf eines Reifens darstellen. Im Grunde genommen muss stets anhand den Ansprüchen sowie der Gesamtheit der Reifeneigenschaften abgewogen und entschieden werden, ob der Reifen für die jeweilige Anwendung geeignet ist. Das EU-Reifenlabel darf nicht als Ersatz für eine Beratung bei dem Kauf Ihr Reifen betrachtet werden, sondern lediglich als zusätzliche Hilfe. Kontinuierliche Steigerung der technischen Qualität in der Reifenproduktion und Erlangung hochwertiger Produkte werden auch weiterhin eine wichtige Informationsquelle für den Reifenkauf bleiben, da diese statt der 3 auf dem Label angezeigten Kriterien zahlreiche weitere, sicherheitsrelevante, Produkteigenschaften testen.
  • Über Größe
  • Über Reifenmarken
Wo steht meine Reifengröße?
1
2
3
4
1
nach oben
Unsere Webseite verwendet Cookies. Durch Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung zu. OK